Nachhaltigkeit im Supermarkt: 5 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Lebensmitteleinzelhandel

von Lisa-Marie Natter

So unterschiedlich Ihre Angebote im Supermarkt sind, so unterschiedlich sind auch Ihre Kunden. Der eine hat Spaß daran, Gemüse im Garten anzubauen, der andere stellt gerne Pflegeprodukte selbst her und der dritte erfreut sich an DIY-Putzmitteln. All diese Dinge schonen die Umwelt zwar nur ein bisschen, haben aber trotzdem im Gesamten eine große Wirkung. Unterstützen Sie Ihre Kunden dabei, nachhaltig zu leben, und bieten Sie ihnen Produkte mit guter Ökobilanz an.
Infomieren Sie sich hier, wie Sie Ihren Supermarkt noch nachhaltiger gestalten können.

Inhaltsverzeichnis

Was Sie in Ihrem Supermarkt nachhaltig ändern können

Wer an Nachhaltigkeit im Supermarkt denkt, mag an biologisch und fair erzeugte, tierleidfreie, regionale und saisonale Produkte ohne fragwürdige Inhaltsstoffe und an plastikfreie Verpackung denken. Doch umfasst Nachhaltigkeit im Supermarkt noch so viel mehr.

Obst- und Gemüse-Abteilung mit nachhaltigem Konzept

Nachhaltige Verpackung einsetzen

Oft nur einmal für den Transport vom Supermarkt nach Hause genutzt, landen die dünnen Plastiktaschen aus der Obst- und Gemüse-Abteilung zu Hause direkt im Müll. Im Zuge des Plastikverbotes geht es den kleinen Plastiktaschen endlich an den Kragen. Doch was ist die Alternative? Längst sind nicht alle Papiertüten umweltfreundlicher als Plastiktüten. Achten Sie bei der Auswahl auf recyclingfähige Materialien, bieten Sie Ihren Kunden Netze an und erlauben Sie ihnen, ihre eigenen Behältnisse mitzubringen.

Papiertüte statt Plastik? Informieren Sie sich hier über den Unterschied zwischen Papier- und Plastiktaschen

Viele Obst- und Gemüsesorten bringen bereits ihre eigene Verpackung in Form ihrer Schale mit. Wenn es ohne Verpackung nicht geht, achten Sie auf die PEFC™- oder FSC®-Zertifizierung bei Verpackungen aus Papier oder Karton. Sie bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen und werden sozialverträglich und nachhaltig angebaut.

Erfahren Sie hier mehr über nachhaltige Verpackungsmaterialien und Papier als Alternative zu Plastik

Regional bedeutet nicht gleich regionale Nähe

Achten Sie auf saisonale und regionale Ware. Aber Achtung: Der Begriff „regional“ ist nicht geschützt, anders als „öko“ oder „bio“. Achten Sie darauf, dass die Transportwege kurz sind, das Obst und Gemüse bei Ihnen in der Nähe angebaut wird und die Produkte dank Bezeichnungen wie „direkt vom Bauern“ nicht nur einen regionalen Charakter haben. Und auch wenn das Produkt wirklich „beim Bauern um die Ecke“ produziert wird, ist Vorsicht geboten: Regionalität bedeutet nicht gleich auch, dass im Sinne des Tierschutzes gehandelt wird! Laut Stiftung Warentest gelten nur 11 von 29 getesteten Siegeln für regionale Lebensmittel als „sehr glaubwürdig“.

Ein Herz für krummes Obst und Gemüse

Geben Sie auch krummem Obst und Gemüse eine Chance. Viele Verbraucher stört das Äußere der Waren nicht und sie setzen lieber auf guten Geschmack. Dann ist es auch egal, wenn die Banane gerade ist und sich dafür die Spitzpaprika krümmt.

 

Unterstützen Sie Lebensmittel-Initiativen wie Too Good to Go, Etepetete oder ruebenretter.de

Verzichten Sie auf vorverpacktes Obst und Gemüse

Bei Obst werden 55 % und bei Gemüse sogar 67 % vorverpackt verkauft. Besonders viel Plastikmüll fällt bei Tomaten und Möhren an, da sie oft doppelt verpackt sind (Schale plus Umverpackung).

Ein Beispiel gefällig? Für 250 g Cocktailtomaten in einer Schale fallen allein 17 g Plastik-Verpackung an, im Eimerchen 16 g und in der Plastiktüte 2,5 g Plastik-Verpackung.

Was für Wasser und Strom gilt, gilt auch für Verpackungen: Gehen Sie sparsam damit um und schonen Sie so die Umwelt. Überdenken Sie Ihre Verpackungen und sparen Sie so ganz nebenbei noch Geld.

  • Versuchen Sie, Ihren Kunden möglichst viel unverpackte Ware anzubieten.
  • Machen Sie sich Gedanken über die passende umweltschonende Verpackung. Weitere Anregungen finden Sie hier.
  • Bieten Sie regionale Ware an und kennzeichnen Sie diese.
  • Teilen Sie Ihren Kunden mit, woher die Ware stammt, wenn möglich mit Angabe des Herstellers und der Anbau-Art.

Unnötige Verpackung für Bio-Produkte

Viele Produkte sind vorverpackt, damit sie an der Kasse von den konventionellen Produkten unterschieden werden können. Dabei ist das nicht nötig! Kennzeichnen Sie den Bio-Ingwer beispielsweise mit einem Bio-Branding oder verpassen Sie dem Paprika eine Banderole aus Papier statt einer Plastiktüte.

Bereichern Sie Ihre Obst- und Gemüse-Abteilung

  • um eine Smoothie- und Saftbar: Smoothies und Saft mit gutem Gewissen genießen und entspannt einkaufen gehen? Das können Ihre Kunden mit der Smoothie- und Saftbar in Ihrer Obst- und Gemüsteabteilung. Ihre Kunden können sich sicher sein, dass die Smoothies und der Saft absolut frisch sind, keine Zusatzstoffe beinhalten und die Zutaten von lokalen Bauern sind. Statten Sie die Smoothie- und Saftbar mit verschiedenen Sorten aus und informieren Sie Ihre Kunden darüber, woher Obst und Gemüse stammen. Bieten Sie den Saft in verschiedenen Bechergrößen an – Ihre Kunden werden die frisch zubereiteten Getränke zu schätzen wissen.
  • um eine Salatbar: Der Trend, in der Mittagspause einen leichten Salat zu verzehren, setzt sich weiter fort. Nur fehlt oft die Zeit und die passende Küche, um den Salat zuzubereiten. Sorgen Sie mit einer Salatbar in Ihrem Supermarkt für mehr Frische in der Mittagspause Ihrer Kunden. Achten Sie auch hier auf frische, regionale (Bio-)Ware und reichen Sie Ihren Kunden Schalen, Becher und Besteck aus nachhaltig produzierten Materialien.
  • um eine Früchte- und Müsli-Station: Auch getrocknetes Obst und Müsli ist an dieser Stelle gut platziert und erweitert das frische Angebot durch passende Begleiter wie Datteln, Cranberrys, Äpfel oder Rosinen. Ihre Kunden können sich so ihr individuelles Müsli zusammenstellen oder einfach einen unkomplizierten, gesunden Snack zu sich nehmen. Sorgen Sie mit unseren stabilen Boxen für einen sicheren Transport.

Getränke-Abteilung: Pfand bedeutet nicht Mehrweg!

Viele Verbraucher wissen nicht, worin sich Einweg- und Mehrweg-Flaschen unterscheiden. So werden beispielsweise Flaschen mit 25 Cent Pfand direkt geschreddert und müssen erst aufwendig wieder hergestellt werden. Bei Flaschen mit 8 oder 15 Cent handelt es sich hingegen um Mehrweg-Flaschen, die nicht auf dem Müll landen. Auch bei Joghurt können Sie Müll sparen, indem Sie Waren aus Mehrweg-Gläsern anbieten.

Damit die Mehrwegflaschen aus Glas wirklich umweltfreundlicher sind als solche aus Plastik, sollten Sie darauf achten, dass sie keine langen Transportwege zurücklegen müssen. Nehmen Sie deswegen Getränke von regionalen Herstellern in Ihr Sortiment auf.

Setzen Sie auf Hersteller mit nachhaltiger Produktion

Immer mehr Verbraucher fragen an der Frischetheke nach Bio-Fleisch und „glücklicher/artgerechter Haltung“. Kennzeichnen Sie die Ware und bieten Sie Ihren Kunden Info-Material über die Herkunft und die Verarbeitung des Fleisches an.

Die Vorteile des Öko-Landbaus liegen auf der Hand:

  • Die Haltung der Tiere ist artgerechter, ihnen steht pro Tier mehr Fläche zu.
  • Auf den Einsatz von Medikamenten wird möglichst verzichtet.
  • Es wird weniger Gülle ausgebracht, das bedeutet weniger Probleme für das Grundwasser und die Böden.
  • Auf den Einsatz von Pestiziden und chemischen Dünger wird verzichtet.
  • Gentechnisch verändertes Futter ist verboten.

Eine Kennzeichnung der Haltung ist bisher nur bei den Eiern Pflicht. Klären Sie Ihre Kunden über die verschiedenen Haltungsformen auf und bieten Sie Ihnen ein breites Angebot.

Apropos Eier: Verschiedene Packungsgrößen und einzeln zusammenstellbare Eierkartons schaffen eine gute Auswahl. Achten Sie auch hier auf Regionalität und Bio-Anbau. Wer kauft nicht gerne die Eier vom Bauern nebenan?

Unterstützen Sie Bauern, die ihren Betrieb gerade auf ökologische Produktion umstellen. Diese dürfen ihre Ware nämlich nicht direkt als Bio-Produkt verkaufen – bei Obst gibt es zum Beispiel eine Wartezeit von drei Jahren. Aber vielleicht interessieren sich Ihre Kunden für diese etwas günstigere Variante? 

Der Blick auf die Frischetheke

Der umweltbewusste Kunde möchte seinen frisch aufgeschnittenen Bio-Käse nicht in Folien eingeschlagen nach Hause bringen. Darum finden Sie bei uns umweltfreundliches Wachspapier. Ihre Produkte sind damit lange vor dem Austrocknen geschützt.

Bieten Sie in Ihrem Supermarkt frische Backwaren an? Mit unseren reißfesten Beuteln aus Kraftpapier transportieren die Kunden ihre Brötchen plastikfrei und nachhaltig.

Fisch aus nachhaltiger Zucht

Zwar bieten immer mehr Supermärkte auch eine Frisch-Fischtheke an, doch kaufen die Deutschen ihren Fisch am liebsten tiefgekühlt. Wählen Sie für Ihr Sortiment Produkte mit MSC-Siegel (Wildfisch) oder ASC-Siegel (Aqua-Kultur).

Siegel bringen Sicherheit

Achten Sie bei Ihren Waren auf die verschiedenen Siegel wie etwa das V-Siegel für vegetarische/vegane Produkte und das Fairtrade-/GEPA-Siegel für Produkte aus Bio-Landbau nach sozialen Kriterien.

Oft sind in den verarbeiteten Produkten tierische Inhaltsstoffe versteckt. Wussten Sie, dass zum Beispiel bei der Herstellung mancher Teigwaren Schweineborsten verwendet werden oder in machen Säften Gelatine enthalten ist? Passende Siegel bringen Sicherheit.

Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) vs. Verbrauchsdatum

Tatsächlich denken viele Verbraucher, dass sie die gekauften Produkte nur bis zum MHD essen sollten. Dabei ist das Mindesthaltbarkeitsdatum kein Wegwerfdatum! Es garantiert lediglich, dass Geschmack, Farbe und Konsistenz wie gewohnt sind. Anders sieht das bei dem Verbrauch von Fleisch und Fisch aus. Sie sollten nicht mehr nach dem angegebenen Datum auf der Verpackung verzehrt werden und haben dementsprechend ein Verbrauchsdatum.

Bieten Sie Ihren Kunden Produkte kurz vor dem MHD zum reduzierten Preis an. So bekommen Sie nicht nur die Regale leer, sondern verhindern auch unnötigen Müll.

Optimierung im Supermarkt: Klima- und Umweltschutz im Fokus

Mülltrennung als kleiner Beitrag mit großer Wirkung

Wie wichtig es ist, den Müll zu trennen, ist vielen nicht bewusst. Durch die Abfalltrennung ist eine ressourcenschonende Wiederverwendung der Materialien möglich und sollte auch in Ihrem Supermarkt großgeschrieben werden. Wenn es mal nicht möglich ist, die Verpackung aus ein und demselben Material herzustellen, sorgen Sie dafür, dass sich die Stoffe gut voneinander lösen lassen. Ein gutes Beispiel sind Nudelverpackungen mit Sichtfenster. Vor der Entsorgung können Ihre Kunden das Sichtfenster entfernen und die Verpackung getrennt entsorgen.

Das EU-Plastikverbot: Folgen und Alternativen

Das EU-Parlament verbietet ab Juli 2021 bestimmte Einwegprodukte aus Plastik komplett. Denken Sie unbedingt daran, diese aus Ihrem Sortiment zu nehmen und durch nachhaltige Alternativen zu ersetzen. Bei den verbotenen Einweg-Produkten handelt es sich um:

  • Trinkhalme
  • Besteck
  • Teller
  • Luftballonstäbe
  • Rührstäbchen
  • Dünne Plastiktüten
  • Wattestäbchen
  • Polystyrol-Verpackungen für Getränke
  • Oxo-abbaubares Plastik (Kunststoffe mit Metall-Beimischung)

Finden Sie passende Alternativen in unserem Shop:

Picknick und Party mit nachhaltigem Geschirr

Ihre Kunden können auf Einweg-Produkte nicht ganz verzichten? Nehmen Sie auch nachhaltige Einweg-Produkte aus Holz, Papier oder Bambus mit in Ihr Sortiment auf. So brauchen Ihre Kunden bei der nächsten Party nicht abwaschen und können auch beim Picknick ihr Geschirr und Besteck umweltschonend entsorgen. Wertpack unterstützt Sie und Ihre Kunden dabei, grüner zu werden: Entdecken Sie hier nachhaltige Verpackungsmaterialien

Zapfsäulen für Nudeln, Müsli und Co

Überlegen Sie sich, Ihren Kunden „Zapfsäulen“ für Nudeln, Nüsse und Müsli anzubieten. Wie das geht? Die Kunden wiegen ihre eigenen Dosen, füllen sich die gewünschte Menge ab und bezahlen die Ware anschließend wie gewohnt an der Kasse. Vorteil: Zu kleine oder zu große Packungen sind kein Thema mehr und Ihre Kunden können exakt ihre gewünschte Menge kaufen, sodass weniger Lebensmittel entsorgt werden müssen.

Nachhaltige Putzmittel und Naturkosmetik

Erweitern Sie Ihr Regal mit Putzmitteln durch Produkte mit Eco-Label und Blauem Engel. Auch hier ist eine Abfüllstation denkbar. Verzichten Sie auf den Verkauf von Produkten mit Mikroplastik. Mikroplastik gelangt in unsere Meere und stellt eine unsichtbare Gefahr für unser Ökosystem dar. Erweitern Sie Ihr Sortiment stattdessen mit Naturkosmetik. Sie ist frei von Erdöl, Mikroplastik, Silikonen und Paraffinen.

Energieverbrauch im Supermarkt verringern

40 % des Endenergieverbrauchs im Supermarkt wird nur für die Kühlung benötigt. Achten Sie bei der nächsten Modernisierung darauf, dass Ihre Kühltruhen Türen besitzen, wählen Sie natürliche Kältemittel, LED-Beleuchtung und heizen Sie das Gebäude mit der Abwärme der Kühlung.

Der Parkplatz als grüne Oase

Werten Sie den Außenbereich Ihres Supermarktes ökologisch auf! Bäume und Hecken bieten Vögeln Schutz und Insekten finden Freude an Grünflächen mit vielen verschiedenen Wildblumen. Auch Insektenhotels sind gern gesehen.

Stellen Sie Ihren Kunden zudem ausreichend Stellplätze für Fahrräder zur Verfügung und animieren Sie sie so, das Auto auch mal stehen zu lassen.

Kunden, die auf ihr Auto angewiesen sind, locken Sie mit einer Ladesäule fürs E-Auto. So können Ihre Kunden bequem im Laden einkaufen und gleichzeitig grünen Strom tanken.

Vom 18. September bis 8. Oktober findet wieder die Europäische Nachhaltigkeitswoche (ESDW) 2021 statt. Ziel dieser Initiative ist es, nachhaltige Aktivitäten, Projekte und Veranstaltungen zu fördern und diese sichtbar zu machen. Überlegen Sie sich eine Aktion für Ihren Markt! Wie wäre es mit einem Makramee-Workshop, in dem Ihre Kunden selbst Einkaufstaschen knüpfen? Oder bieten Sie Ihren Kunden an, nachhaltige Baumwolltragetaschen individuell zu gestalten. Bereits ab Mai können Sie sich für die ESDW registrieren.

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