Berliner, Krapfen, Kreppel: Zu Fasching gibt’s Berliner, Krapfen und Sprachverwirrung.

von Kathrin Biemann

Jeder kennt dieses Faschingsgebäck, in Fett ausgebacken, mit Marmelade gefüllt und mit Puderzucker bestäubt. Lecker, süß und schwer zu essen. Noch schwieriger, als sich nicht durch unvorsichtiges Zubeißen mit klebriger Marmelade zu bekleckern ist es jedoch, als Zugereister in einer fremden Stadt das Richtige zu bestellen. Um die Kommunikation in der Bäckerei zu erleichtern, haben wir auf Grundlage des Atlasses der deutschen Alltagssprache eine Sprachkarte erstellt. Damit verkaufen Sie auch neuen Kunden und Touristen stets das richtige Gebäck – und wissen gegebenenfalls auch gleich, ob sie aus dem Rheinland, Bayern oder Brandenburg zu Ihnen kommen.

Die Gebäck-Karte: Wie nennt man einen Berliner?

Die Karte beruht auf Daten des Atlas zur deutschen Alltagssprache, zu finden bei der Universität Augsburg.

Wie heißen Berliner eigentlich in Berlin?

Unsere Heimat Ravensburg liegt im „Berliner“-Randgebiet, wobei wir uns Zonen-Witze an dieser Stelle schenken wollen. Bei uns bekommt man jedenfalls – wie im größten Teil von Westdeutschland – einen Berliner, wenn man einen Berliner bestellt. Ein paar Kilometer weiter östlich bekommt man wenn man einen Berliner ordert gar nichts mehr, aber dazu später. Genau genommen ist der Berliner eine Abkürzung von „Berliner Pfannkuchen“, wie die Augsburger Sprachwissenschaft informiert, nur dass das so niemand sagt. Das erklärt jedoch, warum die Berliner zu Berlinern „Pfannkuchen“ sagen. Obwohl das eigentlich sehr verwirrend ist, da man im Rest von Deutschland unter Pfannkuchen eigentlich das versteht, was der gemeine Berliner „Eierkuchen“ nennt (es sei denn, der Berliner ist aus Schwaben zugereist). Das sehen auch große Teile Ostdeutschlands, sowie interessanterweise offenbar die Bewohner der Insel Fehmarn so (mit immerhin rund zehn Bäckereien). Der größte Teil Westdeutschlands und die deutschsprachige Schweiz hat sich jedenfalls darauf geeinigt, alle Berliner Berliner zu nennen, die in Fett gebacken und mit Marmelade gefüllt sind. Außer natürlich die Bayern und die Rheinländer.

Der bayrische Berliner heißt Krapfen

In Bayern und dem größten Teil Österreichs nennt man einen Berliner (also das Gebäck) nämlich „Krapfen“. In Tirol und dem Burgenland kann das auch ein Faschingskrapfen sein, aber das macht den Braten auch nicht fett. Interessanterweise hat sich diese Bezeichnung auch – quasi als Insel im Berlinergebiet – in Hannover durchgesetzt. Ist das ein Hinweis darauf, dass „Krapfen“ also der dialektfreie, hochdeutsche Begriff ist? Wir glauben kaum, denn ein Krapfen ist im Rest von Deutschland zwar durchaus in Fett ausgebacken und möglicherweise mit Zucker bestreut aber keinesfalls mit Marmelade gefüllt, schon gar nicht mit Himbeer. So ein Erzeugnis würde in Bayern übrigens als „Auszogne“ bezeichnet und ginge auf keinen Fall als Krapfen durch, der per se mit Marmelade gefüllt zu sein hat. Offenbar sind stellenweise sogar Krapfen mit zusätzlichen Rosinen im Teig anzutreffen. Vertrauliche Quellen informieren uns weiterhin, dass ein „Krapfen“ in Bayern auch eine Person bezeichnen kann. Diese muss weder mit Marmelade noch mit Rosinen gefüllt sein, vermittelt jedoch den Eindruck von Schmalzgebäck. Der Duden findet übrigens, dass als „Krapfen“ einfach alles bezeichnet werden kann, was im Teigmantel in Fett ausgebacken wird, sogar Fleisch und Gemüse, aber das erscheint uns dann doch zu absurd.

Kreppel und Kräppel im Rheinland, gebäckfreie Ödnis im Spessart

Im Rheinland, das als deutsches Zentrum für Schmalzgebäck gelten kann, gibt es zahllose Varianten von in Fett ausgebackenen Süßspeisen. Mit Marmelade gefüllt und in Zucker gewälzt nennt man sie allerdings Kreppel, manchmal auch Kräppel. Allerdings scheint man sich westlich von Mainz der Sache schon nicht mehr ganz sicher zu sein, da man hier sowohl mit Berliner und Krapfen als auch mit Kräppel und Kreppel gut durchkommt. Im Spessart, zwischen den Pfannkuchen-, Krapfen- und Kräppel-Regionen scheint ein gänzlich schmalzgebäckfreier Raum zu sein, wenn man den Daten des Atlas zur deutschen Alltagssprache Glauben schenken mag. Das mag schockieren, kann jedoch durchaus stimmen, da es in dem ganzen Gebiet kaum mehr als sieben Bäckereien zu geben scheint, von denen sich die Hälfte in Lohr am Main befindet. Wir bitten die Inhaber und Gäste dieser Bäckereien, uns zu berichten wie sie Berliner bezeichnen und hoffen inständig, dass dieses herrliche Gebäck dort überhaupt bekannt ist.

Gelebte Toleranz: Krapfen, Kreppel und Pfannkuchen im Berliner Karton

Wir hoffen, etwas Licht ins Dunkel der deutschen Dialekte gebracht zu haben. Aufgrund unserer regionalen Verortung ist nun klar, dass Sie bei uns zum „Karton für Berliner“ greifen müssen, wenn Sie Ihre Krapfen, Kräppel oder Pfannkuchen für einen unfallfreien Transport verpacken wollen. Er ist gänzlich unvoreingenommen und beherbergt Ihr Schmalzgebäck sicher, ganz egal wie Sie es nennen.
Wir wünschen eine fröhliche Faschings-, Karnevals- und Fasnetzeit und hoffen, dass Ihnen kein einziger mit Senf gefüllter Berliner angedreht wird!

Zurück

"mmmhh..."-Sortiment

Jetzt zugreifen!

  

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sie haben Fragen zu unserem Shop? Hier geht es zu den FAQ

Das WERTPACK Bonussystem - Ihr Vorteil!

Jetzt registrieren, bestellen und bis zu 3 % Bonus sichern!

Bei Fragen:
00800-88997766

Gebührenfrei aus D,A,CH
Montag bis Freitag
07:30 bis 17:00 Uhr
(freitags bis 16:00 Uhr)

Das Angebot ist ausschließlich an natürliche und juristische Personen bzw. rechtsfähige Personengesellschaften gerichtet, welche in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbstständigen beruflichen Tätigkeit handeln.
Der Vertragsabschluss mit Verbrauchern ist ausdrücklich ausgeschlossen!